Am 25. 10.2017 fand in der Oberschule Wagenfeld die Lesung mit Leni Rempe statt.
Hier der Bericht des Diepholzer Kreisblatts vom 28.10.2017:

leni© Benker
Stephan Kawemeyer interviewte die junge Autorin Lena Rempe vor deren Lesung in der Oberschule.

„Die Lunge füllt sich…“
Lena Rempe liest aus ihrem Erstlingswerk

Wagenfeld – „Wagenfeld kann Kultur“, freute sich Stephan Kawemeyer, Vorsitzender des Fördervereins der Oberschule Wagenfeld, mit Blick auf die große Besucherzahl. Gut 120 Interessierte waren am Mittwochabend zu der Lesung mit Lena „Leni“ Rempe in das Foyer der Schule gekommen.

Neben dem Förderverein zeigten sich der Interessenkreis Bücherei Wagenfeld sowie die Leitung der Oberschule – alle drei Initiatoren der Lesung – überwältigt von der Resonanz. Die Sitzgelegenheiten reichten gerade so aus.

Kawemeyer moderierte den Abend, Marielena Behning steuerte einen musikalischen Beitrag bei, Getränke wurden gereicht.

Lena „Leni“ Rempe ist 24 Jahre und in Wagenfeld aufgewachsen. Sie schloss eine Lehre als medizinische Fachangestellte ab, lebte ein Jahr in der Lüneburger Heide, bevor sie ihr Weg nach Berlin führte. Dort lebt sie seit ein paar Jahren und holt gerade ihr Abitur nach mit den Leitungskursen in Deutsch und Spanisch. Im Juni wurde ihr erstes Buch veröffentlicht. „Ferngesteuert – Freiheiten ohne Freiheit“. Gedruckt wurden 500 Exemplare, von den bereits 450 verkauft sind. „Und nach dem heutigen Abend wird es ausverkauft sein“, zeigte sich Stephan Kawemeyer überzeugt. Aber Interessenten können beruhigt sein, es wird eine weitere Auflage geben.

Fortsetzung noch ungewiss

„Ob es einen zweiten Teil geben wird, weiß ich noch nicht“, erzählt die junge Autorin, bevor sie auf der Bühne am Tisch Platz nimmt, um aus ihrem Erstlingswerk zu lesen. Die Hobby-Fußballerin verrät aber, dass sie möglicherweise im kommenden Sommer die Biografie einer ehemaligen Fußball-Nationalspielerin herausbringen wird, mit der sie befreundet ist. „Sie mag meine lockere Schreibweise“, erzählt die 24-Jährige.

In ihrem Buch gehe es um einen inneren Konflikt. Ausgelöst durch Diskriminierung, Ausgrenzung und durch den Verlust eines geliebten Menschen. Diese innere Leere müsse irgendwie kompensiert werden. Sie denke, dass das jeder von uns kennt. Man verdränge und lege unangenehme Gefühle zunächst in eine Schublade, schickt sie ihrer Lesung voraus zum Inhalt des Buches. Dass Problem sei, dass sich diese Schublade irgendwann wieder öffne. Die ,Problemlösungen’ seien oft Alkohol oder Drogen. Und dann beginne der Teufelskreis“, beschreibt die junge Autorin.

„Mischlingskind“ mit Freiheitsdrang 

„Svenja ist ein Mischlingskind und hat schon als kleines Mädchen einen sehr ausgeprägten Freiheitsdrang. Regeln und Absprachen sind nichts für die Rebellin. Wie sehr sie diese Freiheit braucht, merkt sie erst, als diese nicht mehr selbstverständlich ist. Als sie nur die Marionette ihrer Cousine ist. Crack wird ihr täglicher Begleiter. Sucht ist eine Krankheit und kein Spiegelbild von Charakterschwäche“, heißt es im Klappentext.

Es ist ihr erster Lesungsabend in Wagenfeld. „Aber bestimmt nicht ihr letzter“, zeigte sich Stephan Kawemeyer sicher, bevor Leni auf der Bühne am Tisch Platz nahm, eingetaucht in Scheinwerferlicht, zur Rechten eine Pflanze, ein Mikrophon vor dem Mund.

„Die Lunge füllt sich“, kommen die ersten Worte über ihre Lippen, der Kopf gesenkt. Gespannte Stille im Publikum. So locker wie ihre Schreibweise ist Lenis Lesung. Eine emotionale Achterbahnfahrt beginnt – nicht nur im Buch, sondern auch für das vielschichtige Publikum.  hwb